Inhaltsverzeichnis
Einleitung:
Die Deutsche Bahn bringt eine neue Generation Hochgeschwindigkeitszüge auf die Schiene – und Sylt gehört zu den ausgewählten Destinationen. Mit dem ICE L feiert erstmals ein Hochgeschwindigkeitszug mit stufenlosem Einstieg über die gesamte Zuglänge seine Deutschland-Premiere. Ab 1. Mai 2026 wird der ICE L auf der Strecke Berlin – Hamburg – Westerland (Sylt) eingesetzt und bedient damit erstmals gezielt eine touristische Verbindung.

Vorgestellt wurde der neue Zug im Berliner Ostbahnhof durch Deutsche Bahn gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Industrie.

Ein Zug, der das Reisen neu denkt
Der ICE L ist mehr als nur ein weiteres Modell in der ICE-Flotte. Er gilt als erster Baustein der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ und setzt neue Maßstäbe in puncto Komfort, Barrierefreiheit und technischer Ausstattung.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB AG, formuliert den Anspruch klar:
„Wir wollen die Menschen mit unseren Zügen begeistern. Mit dem neuen ICE L setzen wir ganz klar auf mehr Komfort und Zuverlässigkeit für unsere Fahrgäste. Jeder neue Zug zahlt auf einen stabilen Betrieb ein. Deshalb haben wir unsere Flotte in den letzten Jahren konsequent modernisiert und viele neue Hochgeschwindigkeitszüge beschafft.“
Auch aus politischer Sicht wird der neue Zug als Signal verstanden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betont:
„Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass der Kunde auf der Schiene wieder König sein muss. Dafür ist dieser Zug ein perfektes Beispiel: Vom stufenlosen Zugang über das familienfreundliche Platzangebot bis hin zum verbesserten Mobilfunkempfang bringt die neue ICE-Generation viele spürbare Verbesserungen für die Reisenden. Wer modernisiert, verbessert nicht nur die Technik, sondern gleichzeitig das Reiseerlebnis für Millionen Menschen. Das gilt für die Infrastruktur genauso wie für die Züge.“
Komfort, der auch auf langen Strecken überzeugt
Gerade auf der Strecke nach Sylt – oft mehrere Stunden Reisezeit – spielt der ICE L seine Stärken aus. Der Zug verfügt über 562 komplett neu entwickelte Sitze, an deren Gestaltung mehr als 1.600 Testpersonen beteiligt waren. Jeder Platz ist mit Steckdose ausgestattet, Reihensitze zusätzlich mit Klapptisch und Tablethalter.
Das neue Innenraumdesign setzt auf warme Farben, hochwertige Materialien und kürzere Wagen, die zusammen mit einer tageszeitabhängigen Lichtsteuerung für ein wohnliches Raumgefühl sorgen – ein Detail, das besonders auf touristischen Reisen den Unterschied macht.
Technisch bemerkenswert sind die mobilfunkdurchlässigen Fensterscheiben, die Mobilfunksignale direkt ins Wageninnere lassen. Repeater werden überflüssig, der Empfang verbessert sich spürbar – ein echter Vorteil für alle, die auch unterwegs arbeiten oder kommunizieren möchten.
Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit als Standard
Der ICE L ermöglicht erstmals einen stufenlosen Einstieg über die gesamte Zuglänge – ein Meilenstein für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Zusätzlich gibt es breitere Türen sowie elektrisch höhenverstellbare Tische an den Rollstuhlplätzen.
Familien profitieren ebenfalls: Mit 46 Plätzen im Familienbereich bietet der ICE L den größten Familienbereich der gesamten ICE-Flotte. Ergänzt wird dieser durch neun Plätze im Kleinkindabteil – ebenfalls Spitzenwert innerhalb der ICE-Züge.
Neue Reservierungsanzeigen mit farbigen LED-Leuchten zeigen auf einen Blick, welche Plätze reserviert oder frei sind – ein kleines Detail, das für deutlich mehr Ruhe im Wagen sorgt.
Sylt im Fokus: Einsatz ab Mai 2026
Nach dem ersten innerdeutschen Einsatz ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 (zunächst zwischen Berlin und Köln) folgt der für Sylt entscheidende Schritt:
- Ab 1. Mai 2026: Berlin – Hamburg – Westerland (Sylt)
- Ab 11. Juli 2026: zusätzliche touristische Verbindungen
- Frankfurt (Main) – Gießen – Westerland
- Köln – Münster – Westerland
Damit wird Sylt erstmals gezielt in das Konzept einer neuen ICE-Generation eingebunden. Perspektivisch soll der ICE L zudem international verkehren – unter anderem nach Amsterdam, Kopenhagen und Wien, sobald die technischen und betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ein neues Kapitel für die Anreise nach Sylt
Mit dem ICE L verändert sich die Bahnanreise auf die Insel spürbar. Barrierefreiheit, Komfort und Technik werden nicht mehr als Zusatz verstanden, sondern als Standard. Für eine Destination wie Sylt, die gleichermaßen von Tourismus, Tagesgästen und Geschäftsreisenden lebt, ist das ein klares Signal.
Oder, wie es Carlos de Palacio y Oriol, Executive Chairman des Herstellers Talgo, formuliert:
„Heute beginnt ein neues Kapitel in unserer Beziehung mit der DB. Ich kann versichern, dass wir all unsere Kraft und Ressourcen mit Priorität darauf verwenden werden, ein enger, effizienter, loyaler und zuverlässiger Partner zu sein. All dies, damit der Betrieb der von Talgo gebauten ICE L in der unmittelbaren Zukunft ein Erfolg wird. Es handelt sich um niederflurige Züge, welche auf der gesamten Zuglänge einen stufenlosen Einstieg ermöglichen. Dadurch erfüllen sie auf clevere Weise die neuen Anforderungen an nachhaltige Mobilität.“
Titelfoto/Quelle: Copyright: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola
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