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Die Inselverwaltung Sylt übernimmt eine besondere Rolle bei der digitalen Modernisierung von Verwaltungen in Schleswig-Holstein: Mit einem gemeinsamen Auftakttermin im Rathaus in Westerland fiel am 14. April 2026 offiziell der Startschuss für das neue Außendienst-Managementsystem „VAUDI“.
Dass ausgerechnet Sylt als erste Verwaltung mit dem neuen System arbeitet, ist kein Zufall. Die Insel ist Partner im Landesprogramm Offene Innovation und wurde als Pilotstandort für ein landesweites Digitalisierungsprojekt ausgewählt. Das Vorhaben wird vollständig vom Land Schleswig-Holstein finanziert. Ziel ist es, die neue Software nach erfolgreicher Erprobung auch anderen Kommunen im Land zur Verfügung zu stellen.
Ein digitales Werkzeug für den Verwaltungsalltag
Hinter dem Namen VAUDI verbirgt sich das „Verwaltungs-Außendienst-Universal-Dokumentations-Instrument“. Die Software soll Außendiensttätigkeiten künftig rechtssicher, vollständig digital und ohne Medienbrüchedokumentierbar machen.
Kern des Systems ist ein flexibler Formularbaukasten, der sowohl über eine Weboberfläche als auch per mobiler Appgenutzt werden kann. Damit entsteht eine Lösung, die sich an unterschiedliche Anforderungen im Verwaltungsalltag anpassen lässt und zugleich den Anspruch moderner, praxistauglicher Digitalisierung erfüllt.
Zunächst soll VAUDI innerhalb der Inselverwaltung in mehreren Bereichen eingesetzt werden. Vorgesehen ist der Einsatz im Bauhof, im Ordnungsamt, im Bereich Natur und Umwelt sowie im Veranstaltungsmanagement.
Ein Projekt mit Sylter Wurzeln
Bemerkenswert ist auch die personelle Geschichte hinter dem Projekt: Verantwortet wird VAUDI von einem jungen Entwicklerteam mit enger Verbindung zur Insel. Beide Softwareentwickler, die das Projekt im Auftrag des Landes begleiten, stammen ursprünglich von Sylt und bringen ihr Know-how nun an ihren Heimatort zurück.
Diese regionale Verbundenheit verleiht dem Vorhaben eine besondere Note. Denn hier geht es nicht nur um ein technisches Werkzeug, sondern auch um ein Digitalisierungsprojekt mit lokaler Handschrift.
Lob aus Verwaltung und Amt
Beim offiziellen Auftakt zeigte sich Bürgermeisterin Tina Haltermann erfreut über die besondere Rolle Sylts im landesweiten Projekt. Es sei ein starkes Signal für die Insel, dass die Verwaltung als erste in Schleswig-Holstein mit VAUDI arbeite und an einer Lösung mitwirke, die später landesweit nutzbar sein werde. Besonders hervor hob sie, dass die beiden Entwickler echte Sylter seien und das Projekt mit großem Engagement begleiteten.
Auch Steffi Böhm, die als stellvertretende Amtsvorsteherin des Amtes Landschaft Sylt den verhinderten Amtsvorsteher Kai Müller beim Termin vertrat, bewertete die Einführung der Software sehr positiv. Jede Erleichterung von Arbeitsabläufen sei ein Gewinn für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – nicht nur in der eigenen Verwaltung, sondern vermutlich überall. Entsprechend groß sei die Bedeutung eines solchen Systems auch für die Region.
100 Prozent Förderung, 100 Prozent Open Source
Ein zentrales Merkmal des Projekts: VAUDI wird zu 100 Prozent durch das Land Schleswig-Holstein gefördert. Die Software ist zugleich Teil der Open-Source-Strategie des Landes. Dahinter steht das Ziel, moderne Verwaltungssoftware so zu entwickeln, dass sie souverän nutzbar, nachhaltig weiterentwickelbar und über kommunale Grenzen hinweg einsetzbar ist.
Für die Inselverwaltung selbst steht vor allem der praktische Nutzen im Vordergrund. Norman Scotti, Leiter IT und Digitalisierung sowie Projektleiter, betont, dass VAUDI eine einheitliche und medienbruchfreie Erfassung sämtlicher Außendiensteinsätze ermöglicht. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehe damit ein Werkzeug, das den Arbeitsalltag deutlich vereinfache und zugleich eine verlässliche, rechtssichere Dokumentation sicherstelle.
Die nächsten Schritte
In den kommenden Monaten wird das System gemeinsam mit den beteiligten Fachbereichen der Inselverwaltung weiterentwickelt, getestet und schrittweise in den Echtbetrieb überführt. Nach Abschluss dieser Pilotphase soll VAUDI dann allen interessierten Kommunen in Schleswig-Holstein als Open-Source-Lösung zur Nachnutzung bereitgestellt werden.
Für Sylt bedeutet das: Die Insel ist nicht nur Schauplatz eines neuen Digitalprojekts, sondern gestaltet die Zukunft kommunaler Verwaltungsarbeit aktiv mit.
Titelfoto: Foto vlnr hinten: Fynn Weyrich (Verwaltungscloud.SH), Tina Haltermann (Bürgermeisterin Gemeinde Sylt), Nils Weyrich (Verwaltungscloud.SH)
vorn: Norman Scotti (Fachdienstleiter IT und Digitalisierung), Stefanie Böhm (stv. Amtsvorsteherin Amt Landschaft Sylt) und Jörg Brüggemann (DigitalHub.SH)
Bildquelle: Gemeinde Sylt
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