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Intro
Der Lancia Thema 8.32 gehört zu jenen Automobilen, deren Konzept zunächst fast widersprüchlich wirkt. Eine elegante Limousine der oberen Mittelklasse, gebaut für komfortables Reisen – und ausgestattet mit einem Motor, dessen Ursprung in einem italienischen Sportwagen liegt.

Mitte der achtziger Jahre wagte Lancia damit eine Kombination, die es in dieser Form kaum ein zweites Mal gab. Der Thema 8.32 verband die zurückhaltende Eleganz einer klassischen Reiselimousine mit der Technik aus Maranello.

Eine Plattform für mehrere Hersteller
Die Grundlage des Fahrzeugs war der Lancia Thema, Teil des sogenannten Tipo-4-Projekts innerhalb des Fiat-Konzerns. Mehrere Hersteller nutzten diese gemeinsame Plattform für Fahrzeuge der oberen Mittelklasse.

So entstanden neben dem Thema auch der Saab 9000, der Fiat Croma und der Alfa Romeo 164.
Während die anderen Modelle auf klassische Motorisierungen setzten, entschied sich Lancia für eine deutlich ambitioniertere Variante.
Ein Motor aus Maranello
Für den Thema 8.32 griff der Konzern auf einen Motor zurück, der ursprünglich aus dem Ferrari 308 stammte. Der V8 wurde jedoch für den Einsatz in einer Limousine mit Frontantrieb angepasst.
Der Hubraum betrug 2,9 Liter. In der ersten Serie leistete der Motor rund 215 PS, später
etwa 205 PS. Der Name des Modells erklärte sich dabei ganz schlicht: acht Zylinder und 32 Ventile.

Die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 240 km/h, die Beschleunigung auf 100 km/h gelang in weniger als sieben Sekunden. Für eine luxuriöse Limousine der achtziger Jahre waren das bemerkenswerte Werte.
Luxus statt sportlicher Inszenierung
Der Charakter des Thema 8.32 war dennoch weniger sportlich als kultiviert. Das Interieur gehörte zu den aufwendigsten Ausstattungen seiner Zeit.

Edles Holz, feines Leder und Stoffe von Poltrona Frau bestimmten das Bild im Innenraum. Der Wagen war weniger als kompromissloser Sportwagen gedacht, sondern als besonders schneller und komfortabler Reisewagen.
Auch äußerlich blieb der Thema bewusst zurückhaltend. Breite Spoiler oder auffällige Karosserieelemente suchte man vergeblich.
Der unsichtbare Heckspoiler
Eine technische Besonderheit befand sich jedoch am Heck. Der Thema 8.32 besaß einen elektrisch ausfahrbaren Heckspoiler, der vollständig in der Kofferraumklappe verschwand.

Im eingefahrenen Zustand war er praktisch unsichtbar. Erst bei Bedarf hob er sich aus der Karosserie heraus und unterstützte die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten.
In den achtziger Jahren war eine solche Lösung ausgesprochen selten. Sie passte jedoch perfekt zur Philosophie des Fahrzeugs: Leistung, ohne sie offen zur Schau zu stellen.
Erkennbar nur für Kenner
Genau diese Zurückhaltung machte den Thema 8.32 so besonders. Äußerlich unterschied er sich nur in Details vom normalen Thema.
Leicht verbreiterte Radhäuser, spezielle Felgen und ein kleines „8.32“-Emblem am Heck waren die deutlichsten Hinweise. Für viele Beobachter blieb der Wagen daher eine elegante Limousine – erst Kenner bemerkten, was sich unter der Motorhaube verbarg.
Eine seltene italienische Kombination
Zwischen 1986 und 1992 entstanden insgesamt rund 3.970 Fahrzeuge. Damit blieb der Thema 8.32 ein exklusives Modell innerhalb der europäischen Oberklasse.

Heute gilt er als eines der ungewöhnlichsten Automobile seiner Zeit. Eine Limousine aus Turin, ausgestattet mit einem Motor aus Maranello und einem technischen Detail, das sich erst zeigt, wenn es gebraucht wird.
Vielleicht liegt gerade darin sein besonderer Reiz. Der Thema 8.32 war kein lauter Sportwagen. Er war eine elegante Reiselimousine mit einem Ferrari-Herz.

Technische Daten – Lancia Thema 8.32
Motor
V8 aus Ferrari-Entwicklung
2.927 cm³ Hubraum
Leistung: 215 PS (Serie 1) / 205 PS (Serie 2)
Antrieb
Frontantrieb
5-Gang-Schaltgetriebe
Fahrleistungen
0–100 km/h: ca. 6,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: ca. 240 km/h
Besondere Technik
Elektrisch ausfahrbarer Heckspoiler
Luxusinterieur mit Leder und Holz
Ferrari-V8 in Frontantriebslimousine
Produktion
Bauzeit: 1986–1992
Produktion: ca. 3.970 Fahrzeuge
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