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Intro
Letzter Freitag im Januar gegen 17 Uhr. Draußen ist Sylt im Wintermodus: gedämpft, klar, ein bisschen wie eine Pause-Taste. Drinnen in der Badezeit wirkt es, als hätte jemand genau dafür die passende Kulisse gebaut: dunkles Holz, warmes Licht aus geflochtenen Lampen, lange Holztische, Nischenplätze – und auf vielen Tischen kleine grüne Vasen mit Tulpen. Nichts Überinszeniertes, eher dieses unkomplizierte „Komm rein, setz dich, bleib ein bisschen“. Schön ist sie geworden: die Badezeit.

Der Blick Richtung Fenster macht den Ort: man sitzt nicht „am Meer“, man sitzt mit Meer – als stiller Begleiter. Und obwohl absolute Nebensaison ist, passiert das, was gute Restaurants im Winter auszeichnet: Sie füllen sich trotzdem. Direkt am Ende der Westerländer Promenade, das Miramar gegenüber- ein gutes Omen oder wie die Immobilienmakler immer so schön sagen: Es zählt Lage, Lage und Lage.
Dry January, aber ohne Verzichtsgefühl
Wir bleiben bei alkoholfrei – nicht aus Zwang, sondern aus Laune (Dry January hilft). Eine Bitter Lemon und die hausgemachte Maracuja-Limonade (7,90 €) mit Maracuja, Orange, Zitrone, Eis und Soda. Die Limo wirkt wie ein kleines Gegengewicht zur Jahreszeit: frisch, fruchtig, nicht kindlich-süß, sondern erwachsen gemixt.
Geteilter Start: kleiner Caesar, großer Effekt
Als Vorspeise teilen wir den kleinen Caesar Salat (11,90 €) – mit frischen Tomaten, Parmesan und Croutons. Ein Gericht, das schnell langweilig wirken könnte, wenn man es lieblos abspult – hier ist es eher der saubere Auftakt: unkompliziert, klar, genau richtig, um danach Lust auf „mehr“ zu haben, ohne schon satt zu sein.

Hauptgang mit Haltung: Dorade auf der Haut
Dann der Hauptgrund, warum man solche Abende abspeichert: Doradenfilet auf der Haut gebraten (28,90 €), dazu Garnelen vom Grill, provenzalisches Gemüse, Rosmarin-Kartoffeln und Aioli. Auf dem Teller sieht das sehr durchdacht aus: die Dorade goldbraun obenauf, die Garnelen als kleine Akzente, dazu Kartoffeln mit Röstaromen – und rundherum eine grüne Kräuternote, die dem Ganzen Leichtigkeit gibt. Das ist kein Show-Teller, sondern einer, der „ich kann Küche“ sagt, ohne laut zu werden.
Service, wie man ihn sich wünscht
Bedient hat uns Britta – freundlich, aufmerksam, angenehm präsent. Gerade an Orten, die sowohl Tagesgäste als auch „Ich-bleib-noch-ein-bisschen“-Abendgäste anziehen, macht das den Unterschied: Es läuft ruhig, sicher, ohne Hektik und ohne das Gefühl, man müsste um Aufmerksamkeit kämpfen.
Als wir kurz nach 18 Uhr gehen, ist es bereits spürbar gut besucht. Kein leerer Nebenraum, kein Echo – eher ein Raum, der anfängt zu brummen.

Fazit
Die Badezeit ist ein guter Ort für genau diese Uhrzeit im Winter: 17 Uhr rein, Meer im Blick, warmes Licht im Raum, ein Teller, der zuverlässig liefert. Und dass es sich bis 18 Uhr trotz Nebensaison sichtbar füllt, ist eigentlich schon die schönste Rezension neben hiesiger.
Das Warten auf den Neubau hat sich gelohnt. Wir kommen wieder.
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00–22:00 Uhr
Dünenstraße 3, 25980 Westerland Telefon: 04651 – 83 40 20
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