Samstag, Januar 31, 2026

Badezeit Westerland: Winterlicht, Meerblick und Dorade

Intro

Letzter Freitag im Januar gegen 17 Uhr. Draußen ist Sylt im Wintermodus: gedämpft, klar, ein bisschen wie eine Pause-Taste. Drinnen in der Badezeit wirkt es, als hätte jemand genau dafür die passende Kulisse gebaut: dunkles Holz, warmes Licht aus geflochtenen Lampen, lange Holztische, Nischenplätze – und auf vielen Tischen kleine grüne Vasen mit Tulpen. Nichts Überinszeniertes, eher dieses unkomplizierte „Komm rein, setz dich, bleib ein bisschen“. Schön ist sie geworden: die Badezeit.

basezeit drinnen

Der Blick Richtung Fenster macht den Ort: man sitzt nicht „am Meer“, man sitzt mit Meer – als stiller Begleiter. Und obwohl absolute Nebensaison ist, passiert das, was gute Restaurants im Winter auszeichnet: Sie füllen sich trotzdem. Direkt am Ende der Westerländer Promenade, das Miramar gegenüber- ein gutes Omen oder wie die Immobilienmakler immer so schön sagen: Es zählt Lage, Lage und Lage.

Dry January, aber ohne Verzichtsgefühl

Wir bleiben bei alkoholfrei – nicht aus Zwang, sondern aus Laune (Dry January hilft). Eine Bitter Lemon und die hausgemachte Maracuja-Limonade (7,90 €) mit Maracuja, Orange, Zitrone, Eis und Soda. Die Limo wirkt wie ein kleines Gegengewicht zur Jahreszeit: frisch, fruchtig, nicht kindlich-süß, sondern erwachsen gemixt.

Geteilter Start: kleiner Caesar, großer Effekt

Als Vorspeise teilen wir den kleinen Caesar Salat (11,90 €) – mit frischen TomatenParmesan und Croutons. Ein Gericht, das schnell langweilig wirken könnte, wenn man es lieblos abspult – hier ist es eher der saubere Auftakt: unkompliziert, klar, genau richtig, um danach Lust auf „mehr“ zu haben, ohne schon satt zu sein.

badezeit dorade

Hauptgang mit Haltung: Dorade auf der Haut

Dann der Hauptgrund, warum man solche Abende abspeichert: Doradenfilet auf der Haut gebraten (28,90 €), dazu Garnelen vom Grillprovenzalisches GemüseRosmarin-Kartoffeln und Aioli. Auf dem Teller sieht das sehr durchdacht aus: die Dorade goldbraun obenauf, die Garnelen als kleine Akzente, dazu Kartoffeln mit Röstaromen – und rundherum eine grüne Kräuternote, die dem Ganzen Leichtigkeit gibt. Das ist kein Show-Teller, sondern einer, der „ich kann Küche“ sagt, ohne laut zu werden.

Service, wie man ihn sich wünscht

Bedient hat uns Britta – freundlich, aufmerksam, angenehm präsent. Gerade an Orten, die sowohl Tagesgäste als auch „Ich-bleib-noch-ein-bisschen“-Abendgäste anziehen, macht das den Unterschied: Es läuft ruhig, sicher, ohne Hektik und ohne das Gefühl, man müsste um Aufmerksamkeit kämpfen.

Als wir kurz nach 18 Uhr gehen, ist es bereits spürbar gut besucht. Kein leerer Nebenraum, kein Echo – eher ein Raum, der anfängt zu brummen.

Fazit

Die Badezeit ist ein guter Ort für genau diese Uhrzeit im Winter: 17 Uhr rein, Meer im Blick, warmes Licht im Raum, ein Teller, der zuverlässig liefert. Und dass es sich bis 18 Uhr trotz Nebensaison sichtbar füllt, ist eigentlich schon die schönste Rezension neben hiesiger.
Das Warten auf den Neubau hat sich gelohnt. Wir kommen wieder.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 10:00–22:00 Uhr

Dünenstraße 3, 25980 Westerland Telefon: 04651 – 83 40 20

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Stefan Kny
Stefan Kny
Stefan Kny ist Verleger, Journalist und Chefredakteur. Auf syltexklusiv.com schreibt er mit Begeisterung über das, was ihn bewegt: von Ausstellungen und Autotests bis hin zu neuen Themenwelten, die auf Sylt beginnen – oder dort ihre ganz eigene Tiefe entfalten.

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