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Intro
Der Lotus Omega gehört zu jenen Automobilen, die bei ihrer Vorstellung fast schon als Provokation wirkten. Anfang der neunziger Jahre galt eine Oberklasse-Limousine mit über 300 PS als außergewöhnlich. Ein Fahrzeug, das über 280 km/h schnell war und dabei äußerlich kaum auffiel, schien beinahe wie ein technischer Regelbruch.
Genau das machte den Lotus Omega so besonders. Er war ein Hochleistungsautomobil in der Karosserie eines unauffälligen Geschäftswagens.

Eine britisch-deutsche Zusammenarbeit
Die Grundlage des Projekts bildete der Opel Omega A. Opel suchte Ende der achtziger Jahre nach einer Möglichkeit, das Leistungsimage der Marke zu stärken.
Die Lösung fand sich in England. Der Sportwagenhersteller Lotus Cars gehörte zu dieser Zeit zum Konzern von General Motors. Damit war eine Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensstruktur möglich.
Das Projekt erhielt eine klare Zielsetzung: Eine Limousine zu bauen, die schneller war als die meisten Sportwagen ihrer Zeit.

Ein Reihensechszylinder mit zwei Turboladern
Als Basis diente der 3,0-Liter-Reihensechszylinder aus dem Omega. Für den Lotus Omega wurde der Motor jedoch umfassend überarbeitet.
Der Hubraum wuchs auf 3,6 Liter. Hinzu kamen zwei Turbolader von Garrett, eine verstärkte Kurbelwelle, neue Kolben und eine angepasste Motorelektronik. Das Ergebnis waren 377 PS und ein Drehmoment von rund 568 Nm.
Die Kraftübertragung erfolgte über ein Sechsganggetriebe von ZF, das ursprünglich für die Chevrolet Corvette ZR-1 entwickelt worden war.

Leistung jenseits der üblichen Grenzen
Die Fahrleistungen sorgten Anfang der neunziger Jahre für Aufsehen. Der Lotus Omega beschleunigte in rund 5,2 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 282 km/h.
Damit war er zeitweise die schnellste Serienlimousine der Welt.
Bemerkenswert war dabei, wie zurückhaltend das Fahrzeug auftrat. Breitere Kotflügel, größere Räder und ein dezent veränderter Stoßfänger waren die wenigen sichtbaren Hinweise auf das Leistungsniveau.
Der Lotus Omega blieb äußerlich ein Omega.
Eine Limousine mit unerwarteter Wirkung
Genau diese Kombination führte zu einer ungewöhnlichen öffentlichen Diskussion. In Großbritannien wurde sogar politisch darüber debattiert, ob ein derart schnelles Fahrzeug überhaupt frei verkäuflich sein sollte.
Einige Medien bezeichneten den Wagen als „Autobahn-Rakete“. Andere sahen in ihm den Beweis dafür, dass Hochleistung nicht zwingend mit auffälligem Design verbunden sein musste.
Der Lotus Omega blieb damit eines der radikalsten Beispiele für das Konzept des Understatement-Sportwagens.

Eine kurze, intensive Bauzeit
Produziert wurde der Lotus Omega zwischen 1990 und 1992. Insgesamt entstanden nur rund 950 Fahrzeuge. Die meisten davon wurden in Großbritannien als Vauxhall Lotus Carlton verkauft.
Schon dadurch blieb das Modell selten. Gleichzeitig entwickelte es einen Ruf, der weit über seine Stückzahl hinausreicht.

Die stille Legende
Heute gilt der Lotus Omega als einer der außergewöhnlichsten Hochleistungswagen seiner Zeit. Seine Leistung, seine Zurückhaltung im Design und seine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte machen ihn zu einem besonderen Kapitel europäischer Automobilgeschichte.
Eine Limousine, entwickelt aus einem Großserienmodell, veredelt von einem britischen Sportwagenhersteller und gebaut mit einem einzigen Ziel: schneller zu sein als alles, was man von einem Geschäftswagen erwarten würde.

Technische Daten – Lotus Omega
Motor
Reihen-6-Zylinder Biturbo
3.615 cm³ Hubraum
Leistung: 377 PS
Drehmoment: 568 Nm
Antrieb
Hinterradantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe (ZF)
Fahrleistungen
0–100 km/h: ca. 5,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: ca. 282 km/h
Produktion
Bauzeit: 1990–1992
Produktion: ca. 950 Fahrzeuge
Basis: Opel Omega A
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