Am 25. April 2025 versammelt sich ein inspiriertes Publikum in der Thalia Buchhandlung in Westerland, um gemeinsam mit Claudia Thesenfitz eine ganz besondere Veröffentlichung zu feiern: „Die Superfrauen von Sylt“. Dieses Buch markiert den zehnten Band von Claudias beliebter „Glücksroman“-Serie, die vor zehn Jahren mit „Sylt oder Selters“ ihren Anfang nahm. Seitdem hat sich die Serie über 400.000 Mal verkauft und eine treue Leserschaft aufgebaut.
Dieser Abend wird nicht nur die Veröffentlichung des neuesten Bandes feiern, sondern auch ein Jahrzehnt der erzählten Geschichten, die zahlreiche Leserinnen und Leser bewegt und inspiriert haben. Wir nehmen dies zum Anlass, um Claudia einige persönliche Fragen zu stellen, die Einblick in ihre kreative Reise bieten.
Claudia, wie und wann ist deine Liebe zu Sylt entstanden?
Ich bin im Jahr 2010 zum ersten Mal im Zuge einer privat zu schreibenden Biographie nach Sylt gekommen und habe mich sofort schockverliebt in die Insel! Die Brandung, das grüne, kristallklare Meer, die Dünen, die Landschaft, de Strandsaunen – und natürlich nicht zu vergessen die grandiosen Restaurants – haben es mir sofort angetan. Sylt hat zudem ein ganz besonderes Licht, das leicht milchig ist durch die Gischt der Brandung, deshalb sieht alles total verzaubert aus. Für mich war sofort klar: This was meant to be! Die klassische Liebe auf den ersten Blick.
Könntest du einen typischen Schreibtag auf Sylt beschreiben?
Da ich in St Peter-Ording wohne und nicht auf Sylt, schreibe ich selten auf der Insel. Dort fange ich meist nur Inspiration und Geschichten ein. Wenn ich dort schreibe, dann in meinem Wohnwagen oder in einer Ferienwohnung mit dem Laptop auf den Knien, meiner Neufundländer-Hündin Pauline neben mir und einer Thermoskanne Tee (die mit den klugen Sprüchen auf den Fähnchen) auf der anderen Seite.
Gibt es besondere Rituale oder Orte, die deine Kreativität anregen?
Als Ort regt mich natürlich immer wieder Sylt an. Rituale auf der Insel, die mich inspirieren, sind: Am Meer spazieren gehen, in der Brandung schwimmen, auf dem Holzpfad zwischen Wenningstedt und Onkel Johnnys auf einer Bank sitzen und sinnieren, mit dem Fahrrad über die Insel radeln oder ein Glas Wein in der Sansibar zum Sonnenuntergang trinken. All das sind Situationen, in denen die Gedanken unbeschwert und frei fliegen können – und so fallen mir erfahrungsgemäß die besten Geschichten ein.
Wie hat sich deine Beziehung zu Sylt verändert, seitdem du angefangen hast, über die Insel zu schreiben?
Ich genieße sie nicht nur, sondern ich schaue auch immer wieder links und rechts, ob sich aus einer Situation, einem Gespräch, das ich aufschnappe, einer Szene die ich beobachte, eine Geschichte ergibt. Außerdem registriere ich genau, was sich auf der Insel von Jahr zu Jahr verändert: Ob Restaurants geschlossen haben und andere eröffnet, ob es neue Entwicklungen gibt, neue Bauvorhaben, neue Landschaften. Den Lanserhof beispielsweise, habe ich eingebaut und lasse mich in meinen Büchern auch durchaus politisch über die Kommerzialisierung der Insel aus oder ärgere mich darüber, dass der Hindenburgdamm immer noch keine von Autos zu befahrende Straße ist, wie z.B. auf Romo.

Worum geht es bei „Die Superfrauen von Sylt“?
In den Superfrauen geht es um Evi, die nach 31 Ehejahren wort- und grußlos von ihrem Mann verlassen wird und daraufhin das gemeinsame Haus untervermieten muss, weil sie kein eigenes Einkommen hat. Sie steht mit 52 Jahren vor den Scherben ihres Lebens, zieht zu einer Freundin in einen Wohnwagen auf einem Campingplatz, hängt dort den ganzen Tag vor dem Fernseher, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll und bleibt aus Langeweile an der Fußball WM der Frauen hängen.
Irgendwie triggert sie die Leidenschaft und der Zusammenhalt des deutschen Teams und sie beschließt, eine Ü50 Hausfrauen-Fußballmannschaft auf der Insel zu gründen und hängt Aufrufe im örtlichen Edeka, bei Feinkost Meyer und in den Apotheken auf. Es melden sich tatsächlich ein paar Frauen und das Training beginnt. Natürlich wird es unendlich lustige und chaotische Entwicklungen und Verwicklungen unter den Frauen geben, es ploppen neue Lieben auf, alte enden und insgesamt nimmt die Geschichte ungeheuer Fahrt auf – bis zum überraschenden (happy) Ende.
Zum Schluss: Wann hat dich die Insel wieder?
So oft wie möglich. Ich werde natürlich für die Premieren-Lesung am 25. April auf der Insel sein – und zweimal den Sommer über eine längere Strecke auf der Insel sein. Anders geht es gar nicht, sonst komme ich schwer auf Sylt-Entzug. Im November werde ich zudem ein exklusives Schreibseminar im Arosa Hotel geben. Dort werde ich versuchen, interessierte Menschen für meine Art des Schreibens zu begeistern und werde meine Trickkiste öffnen.
Vielen Dank für das Interview liebe Claudia Thesenfitz.
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Titelfoto: Autorin Claudia Thesenfitz, Copyright Hans Scherhaufer