Freitag, August 28, 2026

Tourismusstrategie Sylt – starke Grundlage für einen klaren Kurs

Tourismusstrategie Sylt

„Das größte Potenzial Sylts sind die Menschen“Rund 250 Interessierte bei Abschlussveranstaltung // Ergebnisse aus vier Monaten Beteiligung vorgestellt // Jetzt beginnt die konkrete StrategiearbeitSylt, 27.08.2026 – Rund 250 Sylterinnen und Sylter und weitere mit der Insel verbundene Menschen kamen am Mittwochabend im Alten Kursaal in Westerland zusammen, um gemeinsam auf die Ergebnisse des viermonatigen Beteiligungsprozesses zur integrierten Tourismusstrategie Sylt zu blicken. Vorgestellt wurden die zentralen Erkenntnisse aus den Orts- und Fokusgruppen sowie die Empfehlungen der Zufallsbürgergruppe. Dabei ging es auch darum, wie die Ergebnisse in die weitere Strategieentwicklung einfließen und welche nächsten Schritte anstehen.Die besondere Bedeutung des Tourismus für Sylt und die daraus resultierende Notwendigkeit einer gemeinsamen strategischen Ausrichtung stellte Dr. Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Schleswig-Holstein, zu Beginn der Veranstaltung heraus. „Der Tourismus prägt Sylt wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig und wirkt weit über die touristischen Betriebe hinaus in das Leben auf der Insel hinein. Gerade deshalb braucht es eine klare Vorstellung davon, wohin die Entwicklung gehen soll. Eine Tourismusstrategie schafft dafür Orientierung, hilft, Entscheidungen daran auszurichten und auch bei unterschiedlichen Interessen einen gemeinsamen Kurs zu verfolgen“, so Homp.Mehr Gemeinsamkeiten als UnterschiedeDurch den Abend führten Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG), die den Gesamtprozess federführend koordiniert und finanziert, sowie Claudine Nierth und Katharina Fender vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, das den vorangegangenen Beteiligungsprozess methodisch begleitete. Seit Ende April waren im Rahmen dieses Prozesses zunächst zentrale Themen gesammelt und strukturiert und anschließend in elf Ortsgruppen, acht Fokusgruppen sowie einer Zufallsbürgergruppe vertieft worden. Insgesamt fanden 35 Beteiligungsformate statt. Eine wesentliche Erkenntnis aus den unterschiedlichen Formaten: Bei vielen zentralen Themen gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Übergreifend wurde deutlich, dass Tourismus auf Sylt nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern eng mit den Bedingungen des Lebens und Arbeitens auf der Insel verbunden ist. Themen wie Wohnraum, Mobilität, Infrastruktur, Natur und Aufenthaltsqualität ziehen sich durch viele der Ergebnisse. Gleichzeitig wurden ortsspezifische Bedürfnisse und unterschiedliche Interessen sichtbar.Dabei geht es nicht um die pauschale Frage nach „mehr“ oder „weniger“ Tourismus, sondern um Qualität und Tragfähigkeit: Wo entstehen konkrete Belastungen, wo liegen Potenziale und wie lassen sich unterschiedliche Anforderungen in eine tragfähige Balance bringen? Eine Erkenntnis aus der Ortsgruppe Rantum bringt dabei auf den Punkt, was nach Aussagen vieler Teilnehmenden den gesamten Beteiligungsprozess geprägt hat: „Das größte Potenzial Sylts sind die Menschen.“Austausch bleibt wichtigIm weiteren Gespräch erläuterten Moritz Luft, Kai Müller, Bürgermeister der Gemeinde Wenningstedt-Braderup, und der Kampener Hotelier Dirk Erdmann als Vertreter der Projekt-Kerngruppe, wie die Ergebnisse aus vier Monaten Beteiligung nun in die Strategiearbeit einfließen. Dabei ging es um unterschiedliche Interessen und Erwartungen, mögliche Schwerpunkte und vor allem um die Frage, wie daraus konkrete Ziele und umsetzbare Maßnahmen für die Tourismusstrategie entstehen können.Anschließend wurden drei Mitglieder der Zufallsbürgergruppe auf die Bühne gebeten. Sie berichteten, wie sie den Beteiligungsprozess erlebten und ihre Sichtweisen einbrachten. Ihre Botschaft war deutlich: Solche Möglichkeiten des Austauschs wünschen sie sich auch künftig – regelmäßig und zu konkreten Fragestellungen. Beim abschließenden „Gallery Walk“ konnten sich die Besucherinnen und Besucher über die Arbeit und die Ergebnisse aus den verschiedenen Beteiligungsformaten informieren und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.Für Moritz Luft Gelegenheit, das große Engagement der vergangenen Monate zu würdigen: „Mich stimmt vor allem zuversichtlich, mit welcher Ernsthaftigkeit und Offenheit in den vergangenen Monaten miteinander diskutiert wurde. Mein Dank gilt allen, die bereit waren, ihre Perspektive einzubringen, anderen zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Damit haben wir eine starke Grundlage geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, aus dieser Vielfalt einen klaren und tragfähigen Kurs für die Insel zu entwickeln.“Von den Ergebnissen zur StrategieDie an diesem Abend in Form eines Abschlussberichts übergebenen Ergebnisse bilden die Grundlage für die nächste Phase, in der es gilt, diese mit belastbaren Daten und zusätzlicher fachlicher Expertise zusammenzuführen und daraus die Tourismusstrategie zu entwickeln. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der 26-köpfige, mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen besetzte Lenkungskreis. Ende September führt das Gremium die Beteiligungsergebnisse mit einer Kennzahlenanalyse zusammen und leitet daraus zentrale Handlungsfelder ab. Externe Fachleute bringen im Oktober zusätzliche Impulse ein, bevor der Lenkungskreis im November Ziele und Prioritäten für die Tourismusstrategie festlegt. Auf dieser Grundlage erarbeitet die SMG bis zum Jahresende den Strategieentwurf. Anfang Januar 2027 soll die Tourismusstrategie fertiggestellt sein und im Frühjahr den politischen Gremien der fünf Inselgemeinden zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. „Damit die Tourismusstrategie langfristig Wirkung entfalten kann, muss sie auf der Insel von möglichst vielen Menschen getragen und mit Leben gefüllt werden. Deshalb ist es wichtig, auch nach ihrer Fertigstellung im Austausch zu bleiben. Der Wunsch nach einem kontinuierlichen Dialog ist in vielen Beteiligungsformaten sehr deutlich geworden – und daran wollen wir auch künftig anknüpfen“, betont Kai Müller.Der Abschlussbericht zum Beteiligungsprozess mit den Ergebnissen der Orts- und Fokusgruppen sowie den Empfehlungen der Zufallsbürgergruppe ist unter www.sylt.de/kurs-sylt abrufbar.

Titelbild: SMG-Geschäftsführer Moritz Luft (v. r.) nahm am Mittwochabend den Abschlussbericht von Katharina Fender und Claudine Nierth (nexus Institut) im Beisein der Mitglieder der Projektkerngruppe Kai Müller und Dirk Erdmann entgegen.
© Niklas Boockhoff | Sylt MarketingBildrechtewww.tiefseh.net @niklasboockhoffFotograf(FREELENS Pool) Boockhoff

Quelle: Sylt Marketing GmbH

Stefan Kny
Stefan Kny
Stefan Kny ist Verleger, Journalist und Chefredakteur. Auf syltexklusiv.com schreibt er mit Begeisterung über das, was ihn bewegt: von Ausstellungen und Autotests bis hin zu neuen Themenwelten, die auf Sylt beginnen – oder dort ihre ganz eigene Tiefe entfalten.

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