Inhaltsverzeichnis
- Eine eigenständige 911-Interpretation mit Geschichte
- Ursprung: Eine Lösung für den US-Markt
- Entwicklung über Generationen
- Der 991.2 Targa 4 GTS: Technik und Einordnung
- Effizienz als Randnotiz mit Aussagekraft
- Der Targa im Kontext des 911-Programms
- Fazit
- Technik & Historie – Porsche 911 Targa (Kurzüberblick)
Eine eigenständige 911-Interpretation mit Geschichte
Der Porsche 911 Targa nimmt innerhalb der 911-Baureihe seit jeher eine Sonderstellung ein. Er ist weder klassisches Coupé noch Cabriolet, sondern eine eigenständige Karosserieform mit technischer, historischer und gestalterischer Begründung. Der hier betrachtete Porsche 911 Targa 4 GTS der Generation 991.2 aus dem Jahr 2019 führt dieses Konzept in einer bemerkenswert ausgereiften Form fort.

Ursprung: Eine Lösung für den US-Markt
Die Entstehung des Targa ist eng mit dem nordamerikanischen Markt verbunden. Mitte der 1960er-Jahre wurde in den USA intensiv über ein mögliches Verbot offener Fahrzeuge diskutiert. Sicherheitsbedenken rückten Cabrios zunehmend in den Fokus der Gesetzgeber. Porsche reagierte frühzeitig und entwickelte eine Karosserievariante, die Offenfahren ermöglichen sollte, ohne auf strukturelle Sicherheit zu verzichten.
1965 wurde der erste 911 Targa vorgestellt: mit festem Überrollbügel, herausnehmbarem Dachteil und zunächst einer flexiblen Heckscheibe. Später folgte die Panorama-Glasscheibe. Der Name „Targa“ verweist auf die Targa Florio, eines der traditionsreichsten Straßenrennen der Motorsportgeschichte.
Das Cabrio-Verbot trat letztlich nie in Kraft. Der Targa jedoch blieb Bestandteil des 911-Programms und entwickelte sich über mehrere Generationen hinweg zu einer festen Größe mit eigenem Charakter.
Entwicklung über Generationen
Während frühe Targa-Modelle den Sicherheitsgedanken klar sichtbar machten, wandelte sich das Konzept in den folgenden Jahrzehnten mehrfach. Insbesondere die Generationen 993, 996 und 997 verabschiedeten sich vom klassischen Bügel und setzten auf große Glasdächer. Diese Auslegung war technisch anspruchsvoll, wurde jedoch von Puristen nicht durchgängig akzeptiert.
Mit der Generation 991 erfolgte schließlich die bewusste Rückkehr zum ursprünglichen Erscheinungsbild: markanter Bügel, umlaufende Heckscheibe und ein Dachkonzept, das Offenfahren und Karosseriesteifigkeit miteinander verbindet. Gleichzeitig wurde die Dachmechanik vollständig automatisiert und in das Gesamtfahrzeugkonzept integriert.

Der 991.2 Targa 4 GTS: Technik und Einordnung
In der Ausführung Targa 4 GTS verbindet der 991.2 dieses Karosseriekonzept mit der leistungsstärkeren GTS-Positionierung. Der 3,0-Liter-Biturbo-Boxermotor leistet 450 PS, das serienmäßige Allradsystem sorgt für hohe Traktion und Stabilität unter unterschiedlichsten Bedingungen.
Die GTS-spezifische Abstimmung umfasst unter anderem ein strafferes Fahrwerk, größere Bremsanlagen und eine betont funktionale Ausstattung. Dennoch bleibt der Targa 4 GTS klar als Langstrecken- und Reisefahrzeug nutzbar. Geräuschniveau, Sitzkomfort und Fahrstabilität liegen auf hohem Niveau – auch bei längeren Distanzen.

Effizienz als Randnotiz mit Aussagekraft
Bemerkenswert ist, dass sich ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse bei zurückhaltender Fahrweise mit einem Verbrauch von unter neun Litern auf 100 Kilometer bewegen lässt. Möglich wird dies durch die effiziente Motorcharakteristik, lange Getriebeübersetzungen und eine aerodynamisch günstige Grundform.
Diese Beobachtung ist weniger als Sparargument zu verstehen, sondern vielmehr als Hinweis auf den technischen Reifegrad der Antriebseinheit. Leistung und Effizienz schließen sich hier nicht aus, sondern bestehen parallel.

Der Targa im Kontext des 911-Programms
Der Targa richtet sich traditionell an Kunden, die bewusst eine Alternative zum Coupé oder Cabriolet suchen. Er bietet Offenfahren ohne vollständigen Verzicht auf Dachstruktur und verbindet historische Gestaltungselemente mit moderner Technik. Innerhalb der 911-Baureihe nimmt er damit eine klar definierte Position ein.
Gerade in der Generation 991.2 ist diese Rolle besonders deutlich ausgeprägt: Der Targa ist nicht Ableitung, sondern bewusst gewählte Variante.
Fazit
Der Porsche 911 (991.2) Targa 4 GTS steht für eine eigenständige Interpretation des 911-Gedankens. Historisch begründet, technisch ausgereift und klar positioniert, verbindet er hohe Leistungsfähigkeit mit Alltagstauglichkeit und Effizienz. Die Kombination aus 450 PS, Allradantrieb, klassischer Targa-Form und moderner Antriebstechnik macht ihn zu einer besonderen Erscheinung innerhalb der Baureihe – ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Technik & Historie – Porsche 911 Targa (Kurzüberblick)
Urmodell (1965–1973)
– Einführung des Targa als Sicherheitslösung mit festem Überrollbügel für den US-Markt
G-Modell (1974–1989)
– Weiterführung des klassischen Targa-Konzepts mit Bügel und herausnehmbarem Dach
964 (1989–1993)
– Letzte Generation des ursprünglichen, manuell bedienten Targa-Dachs
993 (1994–1998)
– Erster Targa mit großflächigem, elektrisch verschiebbarem Glasdach
996 (1998–2005)
– Komplett verglastes Dach mit Fokus auf Licht und Innenraumwirkung
997 (2006–2012)
– Technische Verfeinerung des Panorama-Glasdachs ohne festen Überrollbügel
991 (2014–2019)
– Rückkehr zum klassischen Targa-Design mit Bügel und vollautomatischem Dachmechanismus
992 (ab 2020)
– Weiterentwicklung des 991-Konzepts mit verbesserter Dachmechanik und moderner Elektronikarchitektur
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