Mittwoch, Januar 14, 2026

Pressearbeit ohne Gähnreflex

Ein Leitfaden für alle, die wirklich in die Medien/Presse auf Sylt wollen.

Intro

Pressearbeit klingt für viele wie: „Ich schreibe eine Mail, hänge eine PDF an, und dann berichten die Medien über mich.“
Die Realität: Redaktionen bekommen hunderte Mails pro Tag. Und die meisten davon sind… langweilig. Brutal langweilig. Einschläfernd. Einschläfernder als Regenradar-Updates.

Wenn du willst, dass deine Geschichte auffällt – besonders auf Sylt, wo täglich irgendwer irgendwas eröffnet, relauncht oder „neu denkt“ – musst du anders denken.

Pressearbeit beginnt nicht bei dir – sondern bei der Redaktion

Der größte Fehler:
„Ich finde das spannend, also muss die Presse das auch tun.“

Nein.

Redaktionen denken nicht in dir, sondern in Lesern.
Und Leser denken nicht: „Oh toll, ein neues Angebot!“
Sondern:
Was habe ich davon?
Warum ist das relevant?
Was ist hier anders?
Was erzählt man beim Dinner weiter?

Stell dir immer diese Frage:
Würde ich diesen Artikel freiwillig lesen?

Wenn die Antwort „Naja“ ist – zurück an den Start.

So kommst du überhaupt an Redaktionen ran (ohne zu nerven)

Nein, du brauchst kein geheimes Medien-Adressbuch aus Hogwarts.
Aber du brauchst:

1. Die richtigen Medien
Nicht jedes Medium passt zu dir. Punkt.
Ein Sylter Lifestyle-Magazin interessiert sich nicht für deine neue Excel-App.
Und ein Wirtschaftsmagazin nicht für deine neuen Strandkörbe mit Fransen.

2. Die richtigen Ansprechpartner
„Sehr geehrte Damen und Herren“ ist der Tod jeder Pressemail.
Such dir echte Menschen:
Redakteure, Ressortleiter, freie Autoren.

3. Timing
Freitag um 17:42 Uhr ist keine gute Idee.
Montagmorgen im News-Sturm auch nicht.
Besser: Dienstag–Donnerstag, vormittags.

Die perfekte erste Mail: Kurz, charmant, neugierig machend

Redakteure lesen keine Romane per Mail.
Sie scannen.

Deine Mail braucht:

✔ Eine Betreffzeile, die neugierig macht
darunter zählt nicht „Pressemitteilung: Neueröffnung“
✔ „Warum ein Sylter Laden gerade alles anders macht“

✔ 3–5 kurze Sätze
✔ Kein Marketing-Sprech
✔ Kein „Wir sind innovativ, einzigartig und visionär“
✔ Ein echter Aufhänger

Denk wie eine Redaktion – nicht wie ein Werbetexter

Redaktionen wollen keine Werbung.
Sie wollen Geschichten.

Nicht:
❌ „Wir haben eröffnet.“
Sondern:
✔ Warum?
✔ Für wen?
✔ Was sagt das über Sylt?
✔ Was sagt das über unsere Zeit?

Gute Pressearbeit beantwortet immer mindestens eine dieser Fragen:

  • Ist das neu?
  • Ist das ungewöhnlich?
  • Ist das emotional?
  • Ist das gesellschaftlich relevant?
  • Ist das typisch für Sylt?
  • Ist das überraschend?

Wenn nichts davon zutrifft: schwierig.

Vorbereitung ist alles: Das Medienpaket

Wenn du professionell auftreten willst, dann bitte nicht:
„Fotos schicke ich später“
„Texte habe ich gerade nicht“
„Ich erklär’s Ihnen am Telefon“

Stattdessen brauchst du:

✔ Eine Kurzbeschreibung (5–6 Sätze)

Was ist das? Für wen? Warum ist es besonders?

✔ Eine Langversion (ca. 1 Seite)

Für Journalisten, die tiefer einsteigen wollen.

✔ 5–7 starke Fakten

Zum Beispiel:
– Wie lange gibt es das?
– Wer steckt dahinter?
– Warum auf Sylt?
– Was ist das Ziel?
– Was unterscheidet euch von anderen?

✔ Gute Fotos

Nicht: dunkle Handybilder, schiefe Horizonte, WhatsApp-Qualität.
Sondern: klare, helle, emotionale Bilder. Und gerne vergessen: Die Angabe eine Copyrights.
Ja, auch Fotografen freuen sich über passives Einkommen, wenn ein Urheberrecht vergessen wird.

✔ O-Töne

Zitate von dir, die man direkt einbauen kann.

Wie du Redaktionen aufweckst (statt sie einzuschläfern)

Redaktionen sind müde.
Wirklich.
Sie lesen täglich Dinge wie:

„Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen…“
„Ein innovatives Konzept, das neue Maßstäbe setzt…“
„Mit großer Freude eröffnen wir…“

Bitte. Tu das nicht.

Sag stattdessen:

– Was hat dich genervt – und du hast es besser gemacht?
– Was fehlt auf Sylt?
– Was läuft schief?
– Was machst du bewusst anders?

Konflikt + Haltung = Geschichte.

Die perfekte Pressemeldung – auch mit Sylt-Bezug

Eine gute Pressemeldung ist kein Werbetext.
Sie ist ein fertiger Mini-Artikel.

Struktur:

1. Starker Einstieg (kein Bla Bla!)
Nicht: „Am 3. Mai eröffnete…“
Sondern:
Warum ist das relevant?

2. Kontext
Warum jetzt? Warum hier? Warum Sylt?

3. Zitat
Persönlich. Ehrlich. Nicht PR.

4. Einordnung
Was bedeutet das für Gäste, Einheimische, die Insel?

5. Faktenkasten
Ort, Datum, Kontakt, Website

Warum Syltexklusiv kein klassisches Medium ist – und das dein Vorteil ist

Wenn du Syltexklusiv anschreibst, dann bitte nicht wie ein Anzeigenkunden-Formular.

Hier geht es nicht um:
„Wir hätten gern einen Artikel.“

Sondern um:
Haltung
Persönlichkeit
echte Geschichten
ungewöhnliche Perspektiven

Syltexklusiv interessiert sich für Menschen, nicht für Marketing.

Also erzähl:

– Warum du hier bist
– Was du suchst
– Was du verändern willst
– Was dich antreibt

Das ist spannender als jede Rabattaktion: zumindest für den Redakteur 😉

Die goldene Regel der Pressearbeit

Wenn du nur über dich reden willst: Schalte Werbung.
Wenn du willst, dass Medien über dich berichten:
Gib ihnen eine Geschichte.

Und zwar eine, die nicht austauschbar ist.

Lesetipp:
Sylt: Die Lieblingsinsel von Presse und Medien.

Der Autor Stefan Kny bei linkedin.

Stefan Kny
Stefan Kny
Stefan Kny ist Verleger, Journalist und Chefredakteur. Auf syltexklusiv.com schreibt er mit Begeisterung über das, was ihn bewegt: von Ausstellungen und Autotests bis hin zu neuen Themenwelten, die auf Sylt beginnen – oder dort ihre ganz eigene Tiefe entfalten.

Das könnte Sie auch Interessieren!

Sylt Exklusiv Newsletter

Jetzt kostenlos anmelden und exklusives Sylt-Insiderwissen direkt in Ihr Postfach erhalten!
Verpassen Sie keine Neuigkeiten, Events oder Highlights mehr.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Sylt Exklusiv WhatsApp

Sei immer einen Schritt voraus! Tägliche Updates: Events, Termin & echte Insider-Tipps – direkt in dein WhatsApp!

JETZT EINTRAGEN!
spot_img

NEUESTE BEITRÄGE