Am 23. März 2025 war es wieder soweit: Der AKE Rheingold Express rollte pünktlich um kurz nach 16 Uhr auf Gleis 1 des Bahnhofs in Westerland ein. Dieser Moment war ein Fest für Liebhaber der Eisenbahnnostalgie, denn sie wurden Zeugen der Ankunft eines echten Klassikers der Schienen. Der Rheingold Express, bekannt als „rollende Legende“, setzt die Tradition der komfortablen und stilvollen Bahnreisen fort, die einst von den luxuriösen Zügen des TransEuropExpress (TEE) geprägt wurde.
Der AKE-RHEINGOLD, im Besitz der AKE-Eisenbahntouristik, ist mehr als nur ein Zug – er ist ein Stück lebendige Geschichte. Ursprünglich als Fernschnellzug Rheingold von der Deutschen Reichsbahngesellschaft in den Jahren 1928 bis 1939 betrieben, verband dieser die Niederlande mit der Schweiz und verkehrte später sogar bis zum Vierwaldstättersee. Nach dem Krieg, unter der Ägide der Deutschen Bundesbahn, erlebte der Rheingold ab 1951 eine Renaissance und avancierte 1965 zum TransEuropExpress. In seiner Blütezeit in den 1960er Jahren war der Rheingold ein Symbol für Luxus und Geschwindigkeit und transportierte Staatsmänner sowie Wirtschaftsführer zu wichtigen Terminen.
Der heutige AKE-RHEINGOLD vereint nostalgischen Charme mit modernem Komfort. Die Wagen des Zuges stammen größtenteils aus der Ära des TEE Rheingold, komplett mit Klimaanlage, drehbaren und verstellbaren Sitzen sowie wärmereflektierenden Doppelscheiben. Diese Wagen bieten ein Reiseerlebnis, das in puncto Bequemlichkeit und Luxus kaum von einem ICE übertroffen wird. Hinzu kommt eine Geschwindigkeit, die mit modernen Zügen fast mithalten kann, wobei einige Fahrten von historischen Rheingold-Lokomotiven der Baureihen E03, E10, 101 und 103 gezogen werden, die Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen.
Ohne Oberleitung nach Sylt?
Der AKE Rheingold Express wird, wenn er nach Sylt fährt, aufgrund der fehlenden Oberleitung auf der Strecke, von speziellen Diesellokomotiven gezogen. Typischerweise kommen Lokomotiven der Baureihe 218 zum Einsatz. Diese Lokomotiven sind in der Lage, die nötige Traktion zu bieten, ohne dass eine elektrische Versorgung über Oberleitungen benötigt wird. Diese Diesellokomotiven, oft auch als „Bügelfalten“ bezeichnet wegen ihrer charakteristischen Frontgestaltung, sind eine beliebte Wahl für Strecken ohne elektrische Versorgung und ermöglichen es dem Rheingold Express, auch Ziele zu erreichen, die nicht elektrifiziert sind, wie eben der Bahnhof Westerland auf Sylt. Die Lokomotiven der Baureihe 218 sind robust, zuverlässig und haben eine lange Geschichte im deutschen Schienenverkehr. Sie bieten eine ideale Kombination aus Leistungsfähigkeit und historischem Charme, was sie perfekt für den Einsatz auf einer nostalgischen Reiseroute wie der nach Sylt macht.

Die Abteilwagen des Zuges sind mit gemütlichen 6er oder 4er Abteilen ausgestattet, die jeweils mit großzügigen Fensterplätzen versehen sind. Diese Konfiguration sorgt dafür, dass die Reisenden sowohl Privatsphäre als auch die Möglichkeit zur Interaktion mit Mitreisenden haben. Der Speisewagen ist ein weiteres Highlight: Hier werden den Gästen frisch zubereitete Speisen und erlesene Getränke angeboten, von Riesling aus der Mosel bis zu Burgunder von der Ahr.
Neben dem Speisewagen bietet der Bistrowagen einen geselligen Treffpunkt für alle Reisenden. Hier kann man bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein die vorüberziehende Landschaft genießen und sich entspannen.
Die Reise mit dem AKE-RHEINGOLD nach Sylt ist nicht nur eine Reise von einem Ort zum anderen, sondern eine Zeitreise, die die goldenen Zeiten des Zugreisens wieder aufleben lässt. Es ist eine Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und in die „gute alte Zeit“ einzutauchen, in der das Reisen noch ein echtes Erlebnis war.
Für weitere Details und Informationen über den AKE-RHEINGOLD und seine verschiedenen Reisen können Interessierte die Website der AKE-Eisenbahntouristik besuchen: AKE Rheingold. Dort finden sich auch die Unterseiten mit ausführlichen Informationen zu den verschiedenen Aspekten der Reiseerfahrung im Rheingold Express.
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